Die Katze besser kennenlernen, um sie glücklicher zu machen

 

 

Geschichtliche Entwicklung der Hauskatze

Zusammenhalt der Gruppe

Ernährung

Territorium

Besonderheiten bei der Entwicklung der jungen Katze

Erziehung eines Katzenkindes

 

 

 

Historische Entwicklung der Hauskatze

 

Die genetischen  und archeologischen Fakten  belegen, dass die afrikanische Wildkatze der Urahn der Hauskatze ist.

Die afrikanische Wildkatze ist ein Einzelgänger und Jäger, was bedeutet, dass jedes Tier nur auf sich selbst gestellt ist, um genügend Nahrung zum Überleben zu fangen. Ihr Jagdrevier muss deshalb sehr groß sein  und sie muss andere Einzeltiere auf Distanz halten, damit jedes Tier ohne größere Konflikte jagen und überleben kann. Deshalb verbreitet jedes Tier in seinem Territorium Geruchssignale (Urinspuren), weil die Katze im Gegensatz zum Hund nicht visuell kommunizieren kann. Sie besitzt nicht die gleichen Gesichts- und Körpersignale wie andere Lebewesen, die im Gruppenverband leben. Darüber hinaus musste sie niemals irgend eine Form der Hierarchie oder ein soziales System entwickeln, weil die Annäherungen zwischen den einzelnen Tieren auf ein Minimum beschränkt waren, zum Beispiel zu Paarungszwecken.

Der erste Kontakt zwischen der afrikanischen Wildkatze und der menschlichen Gesellschaft fand in Ägypten vor ungefähr viertausend Jahren statt. Die Wirtschaft der ägyptischen Gesellschaft beruhte damals zum großen Teil auf der Viehzucht. Um das Vieh zu ernähren, baute man im fruchtbaren Nildelta Getreide an, dass dann in großen Silos zwischengelagert wurde. Die Nagetiere, die das Getreide unweigerlich anzog, zogen ihrerseits wilde Katzen an, die wahrscheinlich von den Menschen gern gesehen wurden, weil sie halfen, die Menge der Nagetiere zu beschränken. Im Laufe vieler Generationen  wurden die Katzen, die in der Nähe der menschlichen Behausungen lebten, immer zutraulicher und entfernten sich damit von ihren Verwandten, die in der Wüste lebten. Während dieses langsamen Zähmungsprozesses haben die Katzen nicht nur ihr Verhalten gegenüber dem Menschen verändert, sie haben auch begonnen, in engster Nachbarschaft zueinander zu leben Trotzdem haben sie einige Besonderheiten aus ihrer Herkunft als Wildtiere behalten.

 

 

 

Zusammenhalt der Gruppe

 

Wenn man Kolonien von verwilderten Hauskatzen beobachtet, dann sieht man, dass die Mitglieder einer Gruppe ihre Zugehörigkeit häufig durch Aneinanderreiben der Köpfe zum Ausdruck bringen.Das gegenseitige Reiben nicht nur der Katzen aneinander, sondern auch der Katze am Menschen, unterstützt die sozialen Beziehungen zwischen den Katzen bzw. zwischen der Katze und dem Menschen. Eine Katze reibt sich an der Flanke der anderen, dadurch tauschen sie  ihre Duftstoffe (Pheromone) aus, die aus einer Reihe von Drüsen im Gesicht und an den Flanken freigesetzt werden.

 

 

 

Ernährung

 

Die Größe einer freilaufenden Katzengruppe übersteigt niemals die Menge der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel, deshalb ist Fressneid nicht nötig. Das zeigt, dass die Katzen, im Gegensatz zu den Menschen und Hunden, nicht dafür gemacht sind, auf das zu warten, was sie benötigen, ihre Entwicklung hat sie dafür nicht vorbereitet. In einer Katzenpopulation gibt es keine Futterhierarchie, der erste, der kommt, bedient sich auch zuerst, allerdings kann es in einem Haushalt mit mehreren Katzen zu Futterneid und in der Folge zu einer Überernährung  kommen. Wenn Katzen zuviel fressen, dann kann das auch daran liegen, dass die Menschen eingreifen, - es ist heute nicht mehr selten, dass unsere Katzen fettleibig werden.

Um den natürlichen Gegebenheiten für Katzen möglichst nahe zu kommen, empfiehlt es sich, der Katze Trockenfutter zur freien Verfügung hinzustellen. Auch früher haben Katzen als Folge ihrer Jagd bis zu 15 oder 20 kleine Mahlzeiten am Tag verzehrt.

 

Reste menschlicher Nahrung können das empfindliche aber notwendige Gleichgewicht der Katzenernährung stören.

 

Viele Katzen, besonders Kätzinnen, ob sie nun kastriert sind oder nicht, haben einen sehr unregelmäßigen Appetit. Während sie an einem Tag nur wenig zu sich nehmen, fressen sie am nächsten Tag wiederum viel.

 

Von Natur aus frisst die Katze viel, sie wird nicht als mäkelige Katze geboren, sondern von uns dazu gemacht.

 

Die Katze liebt ihre Ruhe bei der Nahrungsaufnahme, sie möchte nicht gestört werden.

 

 

« J’aime manger ces petites souris,

Ces petites souris, ce que j’aime les manger,

Je leur coupe la tête et le cou aussi…

Puis je me régale en rongeant leurs petits pieds. »

KLIBAN  " Momcat "

 

 

 

Territorium

 

Die Katze ist ortsfest, sie organisiert ihr Territorium unbemerkt, aber in einer immer gleichen Art und Weise.

 

         Aktivitäten der Katze :                

    - Jagd: das betrifft die Katzen, die nach draußen können, oder diejenigen, die  die Knöchel und Hände ihrer Besitzer angreifen.

    - Spiel: sie spielen oft mit ihren Artgenossen.

    - Ausscheidung (stilles Örtchen).

    - Beobachtung : Fenster, Mauer. Baum.

 

        

    Rückzugsgebiet : das ist der oder die Orte, an denen die Katze sich zurückzieht und ausruhen kann. Manchmal teilt sie diesen Ort mit ihren Artgenossen und die Katzen liegen beisammen.

        

    Agressionspotential : dieses ist auf die Katze begrenzt aber kann von einem Moment zum anderen sich verändern (zum Beispiel, wenn man die Katze in den Transportkennel setzen will).

   

    Soziale Kontakte : die Katzen haben hier Kontakt mit anderen Katzen.

 

   

Praktische Folgen :

 

Man kann einer Katze keine Regeln aufzwingen, wenn sie diese nicht selbst aufgestellt hat.

 

Wenn die Katze auf ihr stilles Örtchen möchte, und dieses von einer anderen Katze gerade besetzt ist, dann kann es sein, dass sie sich an einer anderen Stelle erleichtert (zum Beispiel in einem Federbett oder auf einer Plastiktüte). Sie wird nicht warten, bis die andere Katze das „Stille Örtchen“ verlassen hat. Die Toilette sollte für sie stets zugänglich sein.

Es empfiehlt sich, für jede Katze eine Toilette, einen Fressnapf und einen Wassernapf in der Wohnung verteilt aufzustellen, denn die Katze muss jederzeit Zugang zu allem haben, ohne von anderen Katzen bedrängt zu werden.

 

Zu viele Katzen in der Wohnung sind für eine gute Revierverteilung eine Katastrophe.

 

Jede Umstellung und Umorganisation der Wohnung oder des Territoriums kann schwerwiegende Folgen haben.

 

 

 

Besonderheiten bei der Entwicklung der jungen Katze

 

Man kann vier Zeitabschnitte unterscheiden:

 

    -die vorgeburtliche Periode (im Bauch seiner Mutter)

    -die erste Zeit nach der Geburt (0-10 Tage)

    -die Übergangszeit (10-20 Tage)

und

    -die Sozialisationsphase (2.bis 7.Woche).

 

Während aber der junge Hund seine Entwicklung mit drei Monaten abschließt, ist die junge Katze mit sieben Wochen viel früher reif. Eine Katze, die nach dieser Phase von einem Menschen übernommen wird, hat die erste Ablösungsphase schon hinter sich, und im strengen Wortsinn geht sie keine Verbindung mit dem Menschen mehr ein. Sie identifiziert sich dagegen sehr schnell mit ihrem Territorium, das sie organisiert und in Bereiche aufteilt. Die Katze integriert sich nicht wie der Hund in eine menschliche Gemeinschaft und sie respektiert nicht die daraus entstehende Hierarchie. Das hindert sie aber nicht daran, mit einem oder mehreren Mitgliedern der Gruppe (Familie) enge Bindungen einzugehen.

Wenn man ein kleines Kätzchen neu in eine bestehende Gruppe (in einer Wohnung) einbringt, darf man die Verteilungskämpfe nicht beeinflussen oder unterbrechen.

 

 

 

Erziehung eines Katzenkindes

Man hört häufig :« Eine Katze kann man nicht erziehen, eine Katze ist unabhängig, sie lebt ihr Leben in enger Beziehung zum Menschen, und man kann daran nicht viel ändern.»  …

Aber damit das Zusammenleben klappt, sollte die Katze einige Regeln respektieren. Deshalb ist es interessant zu wissen, wie weit wir eingreifen können, damit die Katze sich möglichst gut in diese Menschenwelt integriert.

 

 

 

Also, was kann man einer Katze beibringen?

 

Man kann einer Jungen Katze vieles beibringen: an der Leine zu  gehen, sich hinzusetzen, oder die Menschen-Toilette zu benutzen.

Sie lernt auch vieles allein: Türen oder den Kühlschrank zu öffnen, die Abläufe im Haus zu beachten, die Benutzung einer Katzenklappe.

Man kann einer Katze auch manches unerwünschte Verhalten verbieten: in Blumentöpfen oder an Blumen zu kratzen, auf den Tisch zu springen, mit bestimmten Dingen oder mit unseren Händen zu spielen….

 

Wie macht man das ?

 

Der Schlüssel für das Lernen der Katze ist folgender:

 

    Die postive Verstärkung : eine sanfte Stimme, Leckerli, Streicheleinheiten, viel Geduld.

 

      Das Abgewöhnen nicht erwünschten Verhaltens : das heißt, auf unerwünschtes Verhalten nicht zu reagieren. Es kommt vor, dass Katzenkinder, die bei ihrem Besitzer im Bett schlafen dürfen, schon bei Tagesanbruch zu spielen anfangen und regelmäßig laut miauen, wenn die Türen geschlossen sind. Um seine Nachtruhe fortsetzen zu können, steht der Besitzer auf und öffnet die Tür. Das signalisiert dem Kätzchen, dass es nur zu miauen braucht, damit die Tür geöffnet wird. Damit das aufhört, darf man darauf nicht reagieren.

Genauso, wenn das Katzenkind es sich angewöhnt hat, Ihnen beim Spielen in die Hand zu beißen, muß man das Spiel sofort unterbrechen.

   Bestrafungen: können sinnvoll eingesetzt werden, wenn man  Folgendes beachtet:

         - Strafen dürfen nur eingesetzt werden bei Kätzchen, deren Verhalten sich normal entwickelt hat.

        - Katzenkinder, die in nicht idealen Bedingungen aufgewachsen sind, müssen besonders behandelt werden: Das allerdings sollte dem Tierarzt überlassen bleiben.

        - Jede Strafe, die nicht haargenau auf das Fehlverhalten folgt, und die Schmerz oder Angst nach sich zieht, kann dramatische Folgen für Ihr Verhältnis mit Ihrer Katze haben und bei der Katze Angst auslösen.

        - Die Strafe muss sofort auf das Fehlverhalten folgen. Am besten ist es, zu strafen, wenn die Katze sich zum Sprung bereit macht oder angreifen (kratzen) will!. So etwas wie einen "Absichts Prozess".

 

Es gibt verschiedene Arten von Strafen:

    - Ethologiche Stafen (Strafen, wie sie die Katzenmutter verwendet): kleine Stupser mit dem Finger auf die Nase der Katze, die Katze am Nackenfell packen oder ihr den Bauch reiben.

    - Strafe auf frischer Tat: ein festes NEIN oder ein Händeklatschen können sehr wirksam sein.

Eine Katze lernt jedoch sehr schnell, ihre kleinen Untaten in Abwesenheit des Strafenden auszuführen.  Sie weiß ein Verbot sehr wohl zu umgehen und sie stellt eine Verbindung her zwischen dem Besitzer und der Strafaktion.

    - Strafe auf Distanz: das ist oft die wirksamste Strafe. Ein leichter oder –Geräusche erzeugender Gegenstand wird in Richtung der Katze geworfen, eine Zeitschrift, ein Pantoffel, ein Schlüsselbund. Meistens ist die Katze so überrascht, dass sie das störende Verhalten einstellt. Man kann auch mit einen gezielten Wasserstrahl (aus einer Blumenspritze) gute Erfolge erzielen.

 

Und natürlich wirken diese kleinen Erziehungsmaßnahmen besonders gut, wenn die Katze noch sehr jung ist.